Spürbares aus der Vereinsarbeit – Einlaufmusik

Im Vorlauf der Saison 2025/2026 – bzw. wenige Wochen vor dem 1. Heimspieltag – wurden einzelne Personen aus dem Kreis des UBT e.V. von der Geschäftsstelle darüber informiert, dass es eine Neuerung zum Einlaufen der Mannschaften geben soll. Soweit so gut, es freut uns immer, wenn sich Personen um die Weiterentwicklung oder die Verbesserung der Abläufe im Stadion bemühen.
Nach einer Vorstellung des Entstehungsprozesses und einer Hörprobe wurde offenbart, dass das ganze Vorhaben bereits zum nächsten Heimspiel umgesetzt werden soll. Mitarbeit, Mitbestimmung oder eine transparente Kommunikation – Fehlanzeige. Auch die für die Stadionmusik eigens geschaffene gemeinsame Arbeitsgruppe von UBT e.V. und Geschäftsstelle wurde über das Vorgehen weder informiert, noch in den Entstehungsprozess involviert.
Der Hinweis, dass unser Ritual bestehend aus Schalparade, „Wir stehen treu zu unserem Team“ und dem anschließenden Schalwedeln zum “Es lebe hoch der FCA” durch diese Neuerung wegfällt, stieß auf Verwunderung und wurde mit dem Angebot, es auf einen vorgezogenen Zeitslot zu verlegen, quittiert. Unser Ritual wurde mit der 111-Jahreschoreo eingeführt und hat gerade in den letzten Jahren an Fahrt aufgenommen, sodass sich inzwischen auch die Stadionbereiche außerhalb der UBT daran beteiligen. Ein Ritual also, das für Identifikation, Tradition und Emotionen der Fans steht. Es ist vor allem auch wichtig, da der restliche Ablauf vor dem Spiel und unsere “neue” Hymne “Rot Grün Weiß” für wenig Anknüpfungspunkte oder verbindende Elemente sorgen.
An dieser Stelle verweisen wir gerne auf die Besonderheit des “Es Lebe hoch der FCA”, das von den Dino Laval Singers im Jahre 1974 veröffentlicht wurde. Ursprung dessen war die Rückkehr von Helmut Haller 1973 von Juventus Turin nach Augsburg. Die Saison 1973/74 war für sehr lange Zeit die erfolgreichste Saison des FCA, der damals nur knapp den Aufstieg in die Bundesliga verpasste. Für viele FCA’ler hat sich die Stimmung dieser Zeit, in der Hemad vor ausverkauftem Rosenaustadion spielte, durch dieses Lied erhalten. Weiterhin wurde es seitdem, wenn auch nicht immer zu den gleichen Momenten – vor oder nach dem Spiel – im Stadion gespielt. Folglich steht das „Hallerluja“ auch heute – drei Zweitliga- und einen Bundesligaaufstieg später – wie kein anderes Lied für die Historie unseres FCA.
Neben dem intransparenten Ablauf des ganzen Vorhabens überzeugte uns die neue Einlaufmusik auch inhaltlich wenig, wobei hier Geschmäcker sicherlich verschieden sind und sein dürfen. Wir sind nicht der Nabel der Welt, haben aber sicherlich ein gutes Gespür für die Gefühlslage der FCA-Fans. Da wir es aber nicht nur bei unserem Gespür belassen wollten, sind wir anschließend in den Diskurs mit unseren Mitgliedern, verschiedenen Gruppen und Einzelpersonen auf der UBT, aber auch dem Rest des Stadions gegangen und haben uns gemeinsam anschließend gegenüber der Geschäftsstelle entsprechend klar positioniert. Konkret haben sich hier bspw. innerhalb des UBT e.V. 400 Mitglieder an einer internen Umfrage am 17.09.2025 beteiligt, mit dem Ergebnis, dass 92 % der Mitglieder ein Gespräch mit dem FCA forcierten und falls dieses Einwirken nicht erfolgreich verlaufen sollte, sprachen sich weitere 83 % dafür aus, das Thema in eine öffentliche Diskussion zu überführen.
Abschließend soll gesagt sein, dass wir natürlich nicht wollen, dass unsere Mannschaft darunter leidet, aber in unseren Augen emotionalisiert eine singende Tribüne bzw. das ganze Stadion mehr als Filmmusik aus den Lautsprechern. Das allgemeine Empfinden ordnete die neue Einlaufmusik vielmehr als einmalige Aktion zur Präsentation des Römertrikots sowie des Spielertunnels zum Heimspiel gegen die Bayern ein – wobei bereits hier Stille im Stadion herrschte, die nur durch kritische Pfiffe unterbrochen wurde.
Die Rückkehr zu unserem traditionellen Ritual erfolgte umgehend zum nächsten Heimspiel, wobei die neue “Einlaufmusik” nach wie vor kurz vor sowie während der Mannschaftsaufstellung im Hintergrund abgespielt wird.