Author: Matthias Hummel

Blick über den Tribünenrand – Servus, Vereinsfarben?

Oder frei nach Roy Bianco & den Abbrunzati Boys: „Ciao, Vereinsfarben?“ Der letzte Blick über den Tribünenrand endete mit den Worten: „Und wenn wir schon beim Entgegnen sind: Die rot-grün-weißen Vereinsfarben sind keine nette Option – sie sind elementarer Bestandteil unserer Identität.“ Es liegt also nicht nur am berüchtigten Sommerloch, dass dieses Thema erneut auf den Tisch kommt. Ein kurzer Blick in den aktuellen Fanshop genügt: Trainingskleidung in Mint, FCA-Lifestyle-Shirts in Pink, die „Flowers“-Kollektion in Lila und Flieder und natürlich noch immer die Restbestände des Kapitalismus’ Example par excellence: das dunkelblaue Fuggerstadt-Sondertrikot. Wer jetzt glaubt, wir würden uns an ein paar bunten T-Shirts abarbeiten, liegt falsch. Denn dass uns diese Entwicklung beschäftigt, ist nichts Neues. Bereits beim letzten Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach haben wir unsere Kritik auf der Ulrich-Biesinger-Tribüne deutlich gemacht: „Kollektionen, die sowieso keiner liebt.Vereinsfarben längst vom Trendgefühl besiegt.“ Wenige Tage vor der Vorstellung der Trikots für die Saison 2026/27 lohnt sich deshalb ein genauerer Blick auf die Entwicklung des Merchandise des Fußball-Clubs Augsburgs in den vergangenen Jahren. Denn längst geht es nicht mehr um einzelne Produkte oder eine in unseren Augen missglückte Kollektion. Es geht um die grundsätzliche Frage, wie der Fußball-Club Augsburg sich selbst versteht und folglich, wie er sich nach außen präsentiert. Das Fuggerstadt-Sondertrikot steht dabei exemplarisch für diese Entwicklung. Anlass? 500. Todestag von Jakob Fugger – kann man machen, muss man aber auch nicht. Am Ende blieb vor allem der Eindruck, dass nach dem Erfolg der Römertrikots möglichst schnell das nächste „besondere“ Trikot folgen musste. Hauptsache ein bisschen Geschichte verwurschteln, solange sich der aktuelle Hype um limitierte Sondertrikots noch vermarkten lässt. Dass dieses Trikot dann auch noch dunkelblau war, wirkte in der Gesamtschau fast schon folgerichtig. Die Geschäftsstelle hat vor einigen Jahren die Gestaltung und Vermarktung der Merchandise-Artikel wieder in die eigenen Hände genommen – ein Schritt, den wir ausdrücklich begrüßt hatten. Die ersten Kollektionen vermittelten genau das, was wir uns davon versprochen hatten: authentische Fanartikel, nah am Verein und nah an seinen Farben. In den vergangenen Jahren hat sich dieser Fokus jedoch sichtbar verschoben. Aus Fanartikeln wurden Lifestyle-Produkte. Aus Vereinsidentität wurde Markenstrategie. Aus dem Wappen wurde das „Logo“. Nicht mehr der FCA scheint Ausgangspunkt neuer Kollektionen zu sein, sondern die Frage, welcher Trend sich als Nächstes vermarkten lässt. Allein in der Saison 2025/26 erschienen unter anderem folgende “Kollektionen” Flowers FCA x SOCIETAS Stitching College Pre-Match Mizuno Training Mizuno Casual Fußball-Club Skyline Retro Classic Kids Teddy FCA x ’47 Die schiere Anzahl zeigt vor allem eines: Immer neue Kollektionen sollen immer neue Zielgruppen erschließen. Das mag wirtschaftlich nachvollziehbar sein. Gleichzeitig drängt sich aber die Frage auf, ob dabei das verloren geht, was Fanartikel eigentlich ausmachen sollten – die Identifikation mit dem eigenen Verein. Unser FCA ist kein beliebiges Modelabel, das sich jede Saison neu erfinden muss. Er ist ein eingetragener Verein. Und dieser hat eine Satzung. Dort heißt es unter § 1 Name, Sitz, Rechtsform, Vereinsfarben und Wappen mit Punkt 4. Die Vereinsfarben sind Rot, Grün und Weiß. sowie 5. Der Verein führt folgendes Wappen: Diese Formulierungen stehen dort nicht zufällig. Sie sind auch kein Relikt aus vergangenen Zeiten. Im Gegenteil: Auf der ordentlichen Mitgliederversammlung 2023 wurden die Vereinsfarben auf Antrag der Mitgliedschaft ausdrücklich in der Satzung verankert. Ein bewusster Beschluss der Mitglieder – also der Menschen, denen dieser Verein gehört. Und genau deshalb geht es hier nicht um Geschmacksfragen. Nicht darum, ob jemand Pink, Mint oder Lila schön findet. Es geht um nichts weniger als die Identität unseres Vereins. Geschmäcker sind verschieden. Das waren sie schon immer und das werden sie auch bleiben. Niemand verlangt, dass jeder dieselben Shirts trägt oder jede Kollektion gut findet. Und selbstverständlich spricht überhaupt nichts dagegen, neue Ideen auszuprobieren, moderne Designs zu entwickeln oder auch einmal andere Zielgruppen anzusprechen. Unser Anspruch ist trotzdem ein anderer: Wer den FCA repräsentieren soll, auf der UBT, im Stadion, in der Stadt oder irgendwo auf der Welt, sollte sofort erkennbar sein. An Rot, Grün und Weiß. An der Zirbelnuss. An unserem Wappen. Gerne kreativ. Aber eben immer unverkennbar und deshalb wiedererkennbar!

Spürbares aus der Vereinsarbeit – Mitgliederversammlung FCA e.V. 2025

Jahreshauptversammlungen sind selten emotional – auch beim FCA e.V. blieb es bei einer weitgehend formalen Veranstaltung mit punktuellen Lichtblicken und einigen deutlichen Schwächen. Über 900 Mitglieder nahmen teil, die Beschlussfähigkeit war gegeben. Nach den üblichen Formalitäten und einer Schweigeminute für verstorbene FCA-Fans präsentierte das Präsidium seinen Kurs: mehr Fokus auf Jugend, attraktiverer Fußball und eine stabile Zukunft in der Bundesliga. Die Verpflichtung von Sandro Wagner wurde dabei ausführlich und nachvollziehbar begründet – auch wenn die spätere Entwicklung diese Argumentation schnell relativierte. Finanziell steht der Verein solide da: 150 Millionen Euro Umsatz und erstmals seit Jahren wieder ein Gewinn. Allerdings wirft der deutliche Anstieg der Personalkosten im e.V. Fragen auf, insbesondere durch die Einführung von Gehältern im Präsidium. Genau hier zeigte sich eines der größten Probleme des Abends: fehlende Transparenz. Kritische Nachfragen – etwa zu Gehältern, zur Jugendtrainer-Affäre oder zur Arbeit des Aufsichtsrats – wurden entweder ausweichend beantwortet oder direkt abgeblockt. Auch die neu eingeführte Aussprache über die Berichte vor der Entlastung brachte wenig Fortschritt. Statt echter Aufklärung entstand der Eindruck, dass Mitbestimmung zwar formal möglich ist, inhaltlich aber stark begrenzt bleibt. Dieses Bild bestätigte sich auch bei den Anträgen: Von fünf eingereichten wurde nur einer zugelassen. Viele Themen – selbst mit klarer Signalwirkung – wurden mit Verweis auf fehlende Zuständigkeit abgelehnt. Ein kleiner Erfolg war die Anerkennung des Rosenaustadions als Vereinsdenkmal. Konkrete Konsequenzen ergeben sich daraus allerdings nicht. In den Wortmeldungen zeigte sich ein gemischtes Bild: Neben belanglosen Beiträgen gab es auch klare und berechtigte Kritik, etwa an der eingeschränkten Mitbestimmung, dem Umgang mit Anträgen und der allgemeinen Kommunikationskultur im Verein. Am Ende wurden das Präsidium (mit 74 %) und Aufsichtsrat (mit 73 %) entlastet – solide Werte, aber kein uneingeschränktes Vertrauen. Fazit Der FCA präsentiert sich wirtschaftlich stabil und mit klarer sportlicher Idee. Gleichzeitig bleibt das Gefühl, dass Transparenz und echte Mitbestimmung der Mitglieder noch deutlich ausbaufähig sind. Oder anders gesagt: Vieles wirkt gut organisiert – aber alles wenig nachvollziehbar und transparent. Mit Blick auf den Umgang und die Erfolgsquote bei der Einreichung von Anträgen müssen wir selbstkritisch eingestehen, dass das “Übergehen” der Meinungen und Anliegen von Mitgliedern mit fadenscheinigen Argumentationslinien tatsächlich “berechtigt” mit der neuen Satzung begründet werden kann. Eben diese neue Version der FCA-Satzung wurde nach der Bestellung von Markus Krapf durch den Aufsichtsrat zum neuen Vorsitzenden des Vorstandes gemeinschaftlich von UBT e.V. und FCA e.V. erarbeitet. Markus Krapf ist bereits viele Jahre im Umfeld des FCA zu finden und hat bis dato nichts mit der Kapitalseite rund um Klaus Hofmann als maßgeblichen Anteilseigner des Hauptgesellschafters der FCA GmbH & Co. KGaA zu tun. Er stellte den FCA-Fans zum Amtsantritt in Aussicht, dass 50+1 in Augsburg wieder gelebt werden und der Verein wieder eine maßgebliche Rolle gegenüber den Anteilseignern des FCA spielen solle. Seitdem konnte Einiges erreicht werden: eine stärkere Reglementierung von Anteilsverkäufen, das Festschreiben von Vereinsemblem / Farben sowie der Mitgliederversammlung als oberstes Beschlussgremium oder die Umwandlung des Vorstands in ein Präsidium. Das Ziel einer Stärkung der Mitgliedsrechte und der Mitbestimmung haben wir dabei aus Unwissenheit selbstverschuldet nicht wirklich erzielt. Statt des Verweises auf die Nichtzuständigkeit des Vereins werden Anträge auf Mitgliederversammlungen jetzt mit dem Hinweis abgewiesen, dass das nicht die Zuständigkeit der Mitgliederversammlung sei, sondern des Präsidiums. Nun ist es an der Zeit nachzubessern Um die Rechte der Mitglieder gegenüber den übrigen Organen des Vereins zu stärken, das Präsidium klar auf seine Leitungsaufgaben zu fokussieren, die Rechenschaftspflicht der Verantwortlichen einzufordern und die Ergebnisse der Mitgliederversammlungen nachvollziehbar zu machen, haben wir vier konkrete Satzungsänderungsanträge erarbeitet. Diese wurden fristgerecht durch den Vorstand des UBT e.V. beim FCA e.V. eingereicht und werden im Rahmen der kommenden Tribünentreffen ausführlich vorgestellt: HHH I. Transparenz bei Protokollen Die Einsicht in Protokolle vergangener Mitgliederversammlungen ist aktuell nur mit der Hürde eines „berechtigten Interesses“ und persönlicher Anwesenheit in der Geschäftsstelle möglich. Künftig sollen Protokolle innerhalb von vier Wochen nach der Mitgliederversammlung erstellt und allen Mitgliedern zugänglich gemacht werden – sowohl in der Geschäftsstelle als auch digital im geschützten Mitgliederbereich auf der Homepage. ZIEL Niedrigschwelliger Zugang zu Informationen und echte Transparenz ZUM ANTRAGSTEXT MIT BEGRÜNDUNG II. Klare Rolle des Präsidiums Um die Aufgaben des Präsidiums eindeutig von den Beschlusskompetenzen der Mitgliederversammlung zu trennen, soll die Satzung geschärft werden: Das Präsidium übernimmt die ordnungsgemäße Leitung des Vereins – jedoch nur in Bereichen, die nicht ausdrücklich anderen Organen zugewiesen sind. ZIEL Klare Zuständigkeiten statt Grauzonen, Ideale und Werte des Vereins werden durch die Mitglieder bestimmt ZUM ANTRAGSTEXT MIT BEGRÜNDUNG III. Stärkung der Mitgliederversammlung Die Mitgliederversammlung soll als oberstes Beschlussorgan nicht nur formal bestehen, sondern auch inhaltlich gestärkt werden. Dazu wird ihre ausschließliche Zuständigkeit für zentrale Themen klar definiert – darunter: Entgegennahme und Diskussion von Berichten Entlastung der Vereinsorgane Wahlen Beschlussfassung über Anträge und Satzungsänderungen ZIEL Echte Mitbestimmung statt formaler Beteiligung ZUM ANTRAGSTEXT MIT BEGRÜNDUNG IV. Verbindliche Aussprache Die Mitgliederversammlung 2025 hat gezeigt: Eine Entlastung ohne vorherige Aussprache untergräbt die Kontrollfunktion der Mitglieder. Daher soll künftig verbindlich gelten: Vor jeder Entlastung von Präsidium und Aufsichtsrat muss eine Aussprache stattfinden. ZIEL Rechenschaft vor Entscheidung – nicht danach ZUM ANTRAGSTEXT MIT BEGRÜNDUNG Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass gut gemeinte Regelungen nicht automatisch zu mehr Mitbestimmung führen. Jetzt geht es darum, die Satzung so zu gestalten, dass sie ihren eigentlichen Zweck erfüllt: den Verein im Sinne seiner Mitglieder zu führen – transparent, nachvollziehbar und demokratisch.

Einladung AG Stadionerlebnis

Hallo liebe FCA-Fans, gemeinsam mit dem Ulrich-Biesinger-Tribüne e.V. wurde im April 2023 die AG Stadionerlebnis ins Leben gerufen. Rund 130 engagierte Mitglieder haben bei der Kick-Off-Veranstaltung ihre Ideen und Impulse rund um unseren FC Augsburg eingebracht.Aus diesen zahlreichen Vorschlägen sind verschiedene Unterarbeitsgruppen entstanden – darunter Catering, An- und Abreise, Erlebnis Heimspiel, Gestaltung und zuletzt auch Sichtbarkeit. Seitdem wurde bereits viel bewegt: ein erweitertes Catering-Angebot, nachhaltigere Lösungen, Verbesserungen bei der Mobilität rund um den Spieltag, eine neue Tonanlage, ein abwechslungsreicheres Rahmenprogramm sowie zahlreiche gestalterische Maßnahmen im Stadionumfeld des Schwabenstadions.Doch wir sind noch lange nicht am Ziel – und genau hier kommt ihr ins Spiel! Offener Abend zur Gestaltung des Vorplatzes Der Vorplatz unseres Schwabenstadions ist für viele Fans der erste Treffpunkt am Spieltag. Hier beginnt das Stadionerlebnis – mit Gesprächen, Vorfreude und gemeinsamer Einstimmung auf 90 Minuten FCA. Diesen Bereich möchten wir gemeinsam mit euch weiterentwickeln und gestalten. Dafür laden wir euch herzlich zu einem offenen Austauschabend ein: Donnerstag, 19.03.2026 um 18:00 UhrFankneipe des SchwabenstadionsUm Anmeldung wird gebeten: Ganz egal, ob ihr konkrete Konzepte, kreative Einzelideen oder einfach Lust habt, euch einzubringen – jede Perspektive ist willkommen. Gemeinsam möchten wir Ideen sammeln, wie wir den Vorplatz atmosphärischer, einladender und einzigartiger gestalten können. Der FC Augsburg lebt vom Engagement seiner Mitglieder. Nutzt die Gelegenheit, aktiv mitzugestalten und eure Handschrift im Stadionumfeld zu hinterlassen.Wir freuen uns auf einen inspirierenden Abend mit vielen guten Gesprächen und kreativen Impulsen! Rot-Grün-Weiße Grüße

Blick über den Tribünenrand

Nach einem 0:4 in Mönchengladbach schien sich die bisherige Seuchensaison auch im ersten Spiel des neuen Kalenderjahres nahtlos fortzusetzen. Acht Spiele später hat unser FCA vorerst den Abstiegskampf hinter sich gelassen. Fünf Siege in der Rückrunde, ein stabiler neunter Platz und obendrein eine Mannschaft, die seit längerem wieder Freude im Stadion verbreitet – die Rezeptur für Zufriedenheit im Schwabenland kann so einfach sein. So macht unser FCA wieder Spaß! Im Freudentaumel nach dem jüngsten Sieg gegen Köln dürfen auch wir uns als Tribüne bestätigt fühlen. Die vielen enttäuschenden Auftritte der Hinrunde, insbesondere die Offenbarungseide wie das 0:6 gegen Red Bull, das Aus im Pokal und die Schlappe in Sinsheim hatten das Potential, die Stimmung kippen zu lassen. Das Credo, die eigene Mannschaft nicht aus zu pfeifen und während der 90 Minuten positiv zu unterstützen, ist seit Jahrzehnten Konsens in der Anhängerschaft; wurde in der Ära Sandro Wagner aber auf eine harte Probe gestellt. Trotz vieler klarer Worte standen wir Fans dennoch am nächsten Wochenende wieder wie gewohnt als 12. Mann an der Stelle, an der wir auch immer stehen wollen: hinter der Mannschaft unseres FCA. Diese Gewissheit hat unseren Verein bisher in jedem Abstiegskampf gestärkt.  Das Sportliche ist für uns Fans ein zentraler Faktor im Kosmos FCA, bei weitem aber nicht der Einzige. So beschäftigte uns der Videobeweis gerade in der Rückrunde intensiver als es sein müsste. Das Fabulieren von Gerechtigkeit nimmt auch in der neunten Saison mit VAR immer groteskere Züge an. Diskutierten Fans Anno dazumal über Fehlentscheidungen der Schiedsrichter auf dem Rasen, sind die Inhalte nunmehr ausbleibende Eingriffe trotz offenkundiger Fehler und eine in Erklärungsschleifen verhaftete Schiedsrichterzunft. Emotionen wurden vermeintlich gegen Sicherheit eingetauscht. Im Ergebnis aber haben wir das eine verloren und das andere nicht gewonnen.  In aller Deutlichkeit artikulierte die Ulrich-Biesinger-Tribüne, und auf ihr dutzende Fanclubs, im Heimspiel gegen Heidenheim was sie vom VAR hält: Der Videobeweis raubt uns die Freude am Fußball! Der Grat zwischen den wirtschaftlichen Notwendigkeiten eines Bundesligavereins und dem Verschachern der eigenen Identität ist schmal. Manchmal gelingt uns dies als FCA besser, manchmal schlechter und manchmal wiederholt sich leider schlechtes Gelingen. Mit dem jüngsten Sondertrikot zeigt sich eine hohe Beratungsresistenz in der Geschäftsstelle des FCA. Nur weil es Geld bringt, ist es nicht automatisch richtig.  Die Verbindung etlicher Trikots zur Geschichte der Stadt und der Region ist ein smarter Zug, der in weiten Teilen der FCA-Familie auf Begeisterung stößt. Hier ist von den verantwortlichen Personen gute Arbeit geleistet worden. Nichtsdestotrotz wandern wir aktuell leider abermals auf der falschen Seite des schmalen Grates. Aus den Fehlern des unangenehmen und als künstlich empfundenen Hypes rund um das Römertrikot 2.0 wurden keine Lehren gezogen.  Es ist legitim, ein Produkt bestmöglich anzupreisen. Die Werte, die den FC Augsburg als Verein ausmachen, aber dabei außer acht zu lassen, ist es hingegen nicht.  Anstatt Fans für das Auswärtsspiel in Wolfsburg zu begeistern, wird es ihnen schmackhaft gemacht, sich zum Verkaufsstart in eine Schlange vor dem Fanshop einzureihen. Zudem entsteht erneut ein großes Unbehagen beim medialen und äußerst unangenehmen Hype, der um das Sondertrikot zu veranlassen versucht wurde.  “Augsburg ist Fuggerstadt – und das bis heute” ist der Ankündigung zum Verkaufsstart zu entnehmen. “Augsburg ist auch in der Saison 26/27 noch Fuggerstadt, da braucht es jetzt kein Sondertrikot”, möchte man darauf entgegnen. Und wenn wir schon beim Entgegnen sind: die rot-grün-weißen Vereinsfarben sind keine nette Option, sie sind elementarer Bestandteil unserer Identität.

25 Jahre Augsburger Jungs

Im heutigen Beitrag übergeben wir das Wort den Augsburger Jungs, die von ihrem 25. Jubiläum berichten. Wir laden jeden weiteren Fanclub sowie jede Gruppe der Ulrich-Biesinger-Tribüne dazu ein, sich bei uns zu melden, um ein paar Worte über euch, eure Aktivitäten oder euren Werdegang mit der FCA-Familie zu teilen. Abschließend ein großer Dank an die Augsburger Jungs für die Pionierarbeit und die letzten 25 Jahre. 25 Jahre Augsburger Jungs Im Jahr 2000, nachdem der FCA das erste Mal in der Vereinsgeschichte in die Viertklassigkeit abgestiegen war, gründeten sich die Augsburger Jungs. Zunächst als loser Zusammenschluss von Personen, die den Verein teilweise bereits seit den 1970er-Jahren begleiteten oder ihre Liebe zum FCA neu aufleben lassen wollten. Die Größe der Gruppe steigerte sich rasch auf ca. 50 Personen – mit dem Ziel, weiterhin einen Bus zu jedem Spiel zusammen zu bekommen. Die Mitgliederzahl ist auch heute nicht wesentlich höher. Die Augsburger Jungs sind der älteste existente Fanclub des FCA und verstehen sich aus ihrer Entstehung und Geschichte heraus als gesellschaftlichen Querschnitt. Aus den unterschiedlichen Hintergründen der Mitglieder hat sich eine Identität entwickelt, in deren Mittelpunkt das Miteinander, der Respekt voreinander und die Ablehnung jeglicher Form von Diskriminierung und Ausgrenzung stehen. Die Augsburger Jungs verstehen sich als Gemeinschaft von FCA-Fans, die sich über die Verbundenheit zu unserem Verein hinaus, in ganz unterschiedlichen Bereichen engagieren. Die Pflege der Tradition und Geschichte unseres Vereins steht dabei im Vordergrund. Zusammen mit vielen Gästen aus den unterschiedlichen Jahrzehnten wurde am 19.07.2025 in der Rosenau das 25jährige Jubiläum gefeiert. Neben verschiedenen Bands und einem eigens für diesen Anlass gebrauten AJ-Festbiers, gab es auch eine Ausstellung mit vielen Originalexponaten, Texten, Bildern und Videos über die Fangeschichte und Entwicklung unseres Vereins von den 1970ern bis heute zu sehen. „Wir sind alle Augsburger Jungs!“ steht für uns auch weiterhin für den Zusammenhalt untereinander, unser Engagement für unseren Verein und unsere Werte. Das Konzept der Ausstellung „UNSER GANZES LEBEN – die FCA-Fanszene ab den 70ern“ soll schwerpunktbezogen weiter ausgebaut werden.

Spürbares aus der Vereinsarbeit – Einlaufmusik

Im Vorlauf der Saison 2025/2026 – bzw. wenige Wochen vor dem 1. Heimspieltag – wurden einzelne Personen aus dem Kreis des UBT e.V. von der Geschäftsstelle darüber informiert, dass es eine Neuerung zum Einlaufen der Mannschaften geben soll. Soweit so gut, es freut uns immer, wenn sich Personen um die Weiterentwicklung oder die Verbesserung der Abläufe im Stadion bemühen. Nach einer Vorstellung des Entstehungsprozesses und einer Hörprobe wurde offenbart, dass das ganze Vorhaben bereits zum nächsten Heimspiel umgesetzt werden soll. Mitarbeit, Mitbestimmung oder eine transparente Kommunikation – Fehlanzeige. Auch die für die Stadionmusik eigens geschaffene gemeinsame Arbeitsgruppe von UBT e.V. und Geschäftsstelle wurde über das Vorgehen weder informiert, noch in den Entstehungsprozess involviert. Der Hinweis, dass unser Ritual bestehend aus Schalparade, “Wir stehen treu zu unserem Team” und dem anschließenden Schalwedeln zum “Es lebe hoch der FCA” durch diese Neuerung wegfällt, stieß auf Verwunderung und wurde mit dem Angebot, es auf einen vorgezogenen Zeitslot zu verlegen, quittiert. Unser Ritual wurde mit der 111-Jahreschoreo eingeführt und hat gerade in den letzten Jahren an Fahrt aufgenommen, sodass sich inzwischen auch die Stadionbereiche außerhalb der UBT daran beteiligen. Ein Ritual also, das für Identifikation, Tradition und Emotionen der Fans steht. Es ist vor allem auch wichtig, da der restliche Ablauf vor dem Spiel und unsere “neue” Hymne “Rot Grün Weiß” für wenig Anknüpfungspunkte oder verbindende Elemente sorgen.  An dieser Stelle verweisen wir gerne auf die Besonderheit des “Es Lebe hoch der FCA”, das von den Dino Laval Singers im Jahre 1974 veröffentlicht wurde. Ursprung dessen war die Rückkehr von Helmut Haller 1973 von Juventus Turin nach Augsburg. Die Saison 1973/74 war für sehr lange Zeit die erfolgreichste Saison des FCA, der damals nur knapp den Aufstieg in die Bundesliga verpasste. Für viele FCA’ler hat sich die Stimmung dieser Zeit, in der Hemad vor ausverkauftem Rosenaustadion spielte, durch dieses Lied erhalten. Weiterhin wurde es seitdem, wenn auch nicht immer zu den gleichen Momenten – vor oder nach dem Spiel – im Stadion gespielt. Folglich steht das „Hallerluja“ auch heute – drei Zweitliga- und einen Bundesligaaufstieg später – wie kein anderes Lied für die Historie unseres FCA.   Neben dem intransparenten Ablauf des ganzen Vorhabens überzeugte uns die neue Einlaufmusik auch inhaltlich wenig, wobei hier Geschmäcker sicherlich verschieden sind und sein dürfen. Wir sind nicht der Nabel der Welt, haben aber sicherlich ein gutes Gespür für die Gefühlslage der FCA-Fans. Da wir es aber nicht nur bei unserem Gespür belassen wollten, sind wir anschließend in den Diskurs mit unseren Mitgliedern, verschiedenen Gruppen und Einzelpersonen auf der UBT, aber auch dem Rest des Stadions gegangen und haben uns gemeinsam anschließend gegenüber der Geschäftsstelle entsprechend klar positioniert. Konkret haben sich hier bspw. innerhalb des UBT e.V. 400 Mitglieder an einer internen Umfrage am 17.09.2025 beteiligt, mit dem Ergebnis, dass 92 % der Mitglieder ein Gespräch mit dem FCA forcierten und falls dieses Einwirken nicht erfolgreich verlaufen sollte, sprachen sich weitere 83 % dafür aus, das Thema in eine öffentliche Diskussion zu überführen. Abschließend soll gesagt sein, dass wir natürlich nicht wollen, dass unsere Mannschaft darunter leidet, aber in unseren Augen emotionalisiert eine singende Tribüne bzw. das ganze Stadion mehr als Filmmusik aus den Lautsprechern. Das allgemeine Empfinden ordnete die neue Einlaufmusik vielmehr als einmalige Aktion zur Präsentation des Römertrikots sowie des Spielertunnels zum Heimspiel gegen die Bayern ein – wobei bereits hier Stille im Stadion herrschte, die nur durch kritische Pfiffe unterbrochen wurde. Die Rückkehr zu unserem traditionellen Ritual erfolgte umgehend zum nächsten Heimspiel, wobei die neue “Einlaufmusik” nach wie vor kurz vor sowie während der Mannschaftsaufstellung im Hintergrund abgespielt wird.

Rückblick auf die Jahreshauptversammlung des Ulrich-Biesinger-Tribüne e.V.

Am vergangenen Dienstag fand im Zeughaus Augsburg die jährliche Mitgliederversammlung des Ulrich-Biesinger-Tribüne e.V. statt. Nach einer herzlichen Begrüßung durch die Vorstandschaft blickten die Anwesenden gemeinsam auf ein ereignisreiches Vereinsjahr zurück. Neben den traditionellen, vom UBT e.V. organisierten Auswärtsreisen – Buskonvoi und Sonderzug – standen in diesem Jahr vor allem strukturelle Veränderungen im erweiterten Vorstand, die Zusammenarbeit mit der FCA-Geschäftsstelle in der Arbeitsgruppe Stadionerlebnis (https://www.fcaugsburg.de/page/ag-stadionerlebnis-594) sowie eine kritische, aber sehr konstruktive Diskussion zum Thema Mitgliedergewinnung im Mittelpunkt. Der Grundtenor des Abends lässt sich treffend mit dem Satz zusammenfassen: „Wir tun viel Gutes – wir sollten noch stärker darüber sprechen, um neue Mitglieder für unsere Sache zu begeistern.“ In diesem Sinne möchten wir alle Interessierten herzlich einladen, sich aktiv ins Vereinsleben einzubringen. Besonders im Bereich der Sichtbarkeit – etwa durch einen regelmäßigen Infostand im Schwabenstadion – freuen wir uns über Unterstützung, auch um eine Anlaufstelle für Fragen und Gespräche rund um den Verein am Spieltag anzubieten. Dort soll gezeigt werden, was wir gemeinsam bereits erreicht haben, was uns aktuell beschäftigt und wie viel wir noch bewegen können. Wer Lust hat, sich zu engagieren, kann sich jederzeit unter vorstand@ubt-augsburg.de melden. Ein besonderer Moment der diesjährigen Versammlung war der letzte Bericht unseres karitativen Flügels, der „Schwabenhilfe“. Diese hat sich im Laufe des Jahres zu einem eigenständigen Verein entwickelt, der bereits gegründet ist und künftig unabhängig vom UBT e.V. agieren wird. Auch wenn sich die aktiven Personenkreise beider Vereine stark überschneiden, ermöglicht dieser Schritt dem UBT e.V., sich wieder verstärkt auf seine Kernaufgabe zu konzentrieren: die Tribüne und das Geschehen rund um unseren FCA.Zum Abschluss wurde der aktuelle Stand des Tribünen-Selbstverständnisses vorgestellt. Die Ergebnisse aus der Zusammenarbeit mit über 1.500 Teilnehmenden befinden sich nun in der finalen Ausarbeitung und werden bald im Stadion und auf unserer Website öffentlich präsentiert.

Rückblick: Erstes Ulrich-Biesinger-Tribünenfest

Was vor einiger Zeit als kleiner Funken einer Idee aufloderte, wurde nach dem Heimspiel am 20.09.2025 zur Realität: ein Fest für alle Tribünengängerinnen und Tribünengänger sowie FCA-Fans im Schwabenstadion – im Herzen des Schwabenstadions, in Eigenregie des UBT e.V. organisiert. Der Stress in der Vorbereitung und das Chaos im Aufbauteam, das Biergarten, Essens- und Getränkestände mitten im laufenden Stadionbetrieb errichten musste, konnten dem Team zunächst einiges abverlangen – doch nach einer kurzen Eingewöhnungsphase war allen Bedenken getrotzt und für das leibliche Wohl gesorgt. Gestärkt ging es weiter: zum Dosenwurfstand der Rot-Grün-Weißen Hilfe oder zum Luftballon-Spickern bei der Gruppe Fuggerstadt. Im Biergarten sowie neben und vor der Bühne ließen sich bei musikalischen Vinyl-Klängen auch einige Programmpunkte genießen: ein Ausschnitt aus der Ausstellung „25 Jahre Augsburger Jungs“, ein Update zum Projekt „Tribünenselbstverständnis“ sowie eine Gesprächsrunde mit unserem Europahelden Halil Altintop und Kapitän Jeffrey Gouweleeuw. Wer danach das Glück hatte, bei der Tombola abzuräumen oder sich in den Technobunker M-Block tanzte, konnte den Abend glücklich ausklingen lassen – bei feinsten Beats, rot-grün-weißen Wimpelketten, Fahnen und Lichtern rund um das Festgelände. Auch wenn nicht alles reibungslos funktionierte und sich an mancher Stelle noch Verbesserungspotenzial zeigte, war das erste Ulrich-Biesinger-Tribünenfest in unseren Augen ein gelungener, freudiger Auftakt – und hoffentlich der Beginn einer neuen Tradition im Herzen unseres Schwabenstadions. Die Planungen für das nächste Jahr laufen bereits. Sie sollen vor allem eines: reibungslosere Abläufe ermöglichen und noch mehr Partizipationsmöglichkeiten für alle UBT e.V.-Mitglieder schaffen. Zum Abschluss ein großes Danke an alle, die den Abend mit uns genossen haben und im Speziellen an die zahlreichen Helfer und Helferinnen! Bilder vom ersten Ulrich-Biesinger-Tribünenfest